HPV - Humanes Papillomvirus

Alles Wissenswerte zu HPV - Humanes Papillomvirus
Was ist? Übertragung, Diagnose, Therapie, Vorbeugen

Alles Wissenswerte zu HPV - Humanes Papillomvirus

Die Abkürzung HPV steht für Humanes Papillomvirus und umfasst eine ganze Gruppe von Viren. Bekannt sind mittlerweile über 200 verschiedene, wovon etwa 40 den Genitalbereich infizieren können.

HPV-Infektion – ein Frauenproblem?

HPV-Infektionen sind die häufigste sexuell übertragbare Erkrankung weltweit und treten bei Männern wie Frauen auf. Betroffene Regionen sind hauptsächlich: Vulva, Vagina, Zervix, Anus, Penis, Mundhöhle, Rachen. Die Häufigkeit liegt in Deutschland bei 8,1%.
Bei Frauen wird die Infektion aufgrund des Screenings häufiger diagnostiziert. 80 – 90% der Frauen infizieren sich einmal in ihrem Leben, 30 – 50% der Fälle treten im Alter zwischen 20 und 30 Jahren auf. Demnach infiziert sich fast jeder sexuell aktive Mensch, hauptsächlich kurz nach Aufnahme der sexuellen Aktivität. 

Was ist Gebärmutterhalskrebs?

Der Gebärmutterhals (Zervix) ist der untere Teil der Gebärmutter und bildet mit dem Muttermund die Öffnung zur Vagina.
Das Zervixkarzinom ist die bösartige Gewebeveränderung im Bereich des Gebärmutterhalses und tritt zumeist im Bereich des Muttermundes auf. Es stellt weltweit die dritthäufigste Krebserkrankung bei Frauen dar. In Deutschland erkranken jährlich ca. 6500 Frauen, fast 1700 sterben daran. Wichtig ist, Gebärmutterhalskrebs ist keine Erkrankung des Alters. Vorstufen und Frühformen werden bereits ab dem 20. Lebensjahr diagnostiziert. 

HPV = Krebs?

Unterschieden wird zwischen bedenklich (=Hochrisiko-) und unbedenklich (= Niedrigrisikotyp). 

Niedrigtypen (Genotyp 6, 11) sind verantwortlich für die Bildung gutartiger Kondylome und Genitalwarzen. Etwa 1-2% der sexuell aktiven Personen zwischen 15 und 49 Jahren sind betroffen.

Die WHO stuft derzeit zwölf Viren als krebserregend ein: 16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59. Die Genotypen 16 und 18 verursachen ca. 70% der Gebärmutterhalskarzinome, gefolgt von den Genotypen 31 und 33.

Bedeutet nun jede Infektion mit einem HPV, dass sich ein Krebs entwickelt? NEIN!
In Deutschland sind 35 Prozent der Frauen zwischen 20 und 25 Jahre mit einem Hochrisiko-HPV-Typ infiziert. Nur in 10% der andauernden HPV-Infektionen kann sich innerhalb von drei bis sechs Jahren nach der Infektion eine hochgradige Krebsvorstufe am Gebärmutterhals (zervikale intraepitheliale Neoplasie -CIN III) entwickeln. Die infizierten Epithelzellen entarten maligne, d.h. sie wachsen und vermehren sich unkontrolliert. Bleiben diese unbehandelt bildet sich in 30 - 50% der Fälle nach 10 bis 30 Jahren ein Zervixkarzinom.

Es handelt sich um ein multifaktorielles Geschehen und es spielen viele Dinge zusammen, ob und wann sich aus einer Dysplasie (oberflächliche Zellveränderung am Gebärmutterhals) ein Karzinom entwickelt.

Ohne HPV-Infektion bildet sich kein Zervixkarzinom aus. Die Diagnose „HPV-Infektion“ ist aber keinesfalls mit der Diagnose „Zervixkarzinom“ gleichzusetzen! 

Übertragung

Das Ansteckungsrisiko ist von Beginn der sexuellen Aktivität bis etwa zum 30. Lebensjahr am höchsten. Kleine Mengen virushaltiger Körperflüssigkeit oder winzige Hautschüppchen reichen bereits für die Weitergabe. Sie müssen aber auf verletzte Haut oder Schleimhaut treffen. Kleinste Verletzungen, meist unbemerkt, sind ausreichend. Es bedarf also dem direkten Kontakt von Mensch zu Mensch. In seltenen Fällen ist auch von Schmierinfektionen berichtet worden. Auch eine Übertragung von Mutter auf Kind während der Geburt ist nicht auszuschließen.
Hauptübertragungswege sind Vaginal- und Analverkehr und oral.

Als besondere Risikofaktoren gelten:

  • eine über die gesamte Lebensspanne hohe Anzahl von Sexualpartnern
  • homosexuelle Sexualkontakte
  • praktizierter Oral- und Analverkehr 
  • Immunsuppression bzw. Immundefizite
Was ist der PAP-Abstrich?

Da ein Gebärmutterhalskarzinom nur in Kombination mit einer HPV-Infektion auftritt, dient dieser als weiteres Mittel zur Diagnosestellung.
Alleine ist der Test nicht aussagekräftig, da vor allem in jüngeren Jahren viele Frauen eine HPV-Infektion durchleben, ohne dies zu merken oder Konsequenzen zu spüren. Nicht jede HPV-Infektion führt zu einer Krebserkrankung, sondern heilt spontan wieder aus. Bei auffälligem PAP-Abstrich kann der Nachweis einer HPV-Infektion aber Hinweise auf das weitere Vorgehen liefern. Durch die kombinierte Auswertung beider Abstriche wird eine Überbehandlung vermieden. Die neue S3-Leitlinie legt strenge Anforderungen und Kriterien an den zu verwendenden HPV-Test vor.

Was ist ein HPV-Test?

Da ein Gebärmutterhalskarzinom nur in Kombination mit einer HPV-Infektion auftritt, dient dieser als weiteres Mittel zur Diagnosestellung. Alleine ist der Test nicht aussagekräftig, da vor allem in jüngeren Jahren viele Frauen eine HPV-Infektion durchleben, ohne dies zu merken oder Konsequenzen zu spüren. Nicht jede HPV-Infektion führt zu einer Krebserkrankung, sondern heilt spontan wieder aus.
Bei auffälligem PAP-Abstrich kann der Nachweis einer HPV-Infektion aber Hinweise auf das weitere Vorgehen liefern. Durch die kombinierte Auswertung beider Abstriche wird eine Überbehandlung vermieden. Die neue S3-Leitlinie legt strenge Anforderungen und Kriterien an den zu verwendenden HPV-Test vor.

Diagnose/Untersuchung

Schritt 1: PAP-Abstrich, HPV-Test
Schritt 2: Kolposkopie, Biopsie
Schritt 3: Gewebeentnahme

Wichtig ist, einige Dinge vor der Vorsorgeuntersuchung bei dem Gynäkologen / der Gynäkologin zu beachten:

  • Blut und Schleimhautreste erschweren die Beurteilung der Probe, Termine möglichst außerhalb der Menstruation legen, der ideale Zeitpunkt ist rund um den Eisprung
  • Keine Verwendung spermizider Gele oder Gleitgele mindestens 24 Stunden vor der Untersuchung
  • Infektionen, Schwangerschaft und Stillzeit, starke seelische Belastung und Stress können sich ungünstig auf die Zellen des Gebärmutterhalses auswirken und das Ergebnis somit beeinflussen/verzerren

Seit 1971 gibt es in Deutschland ein Programm zur Krebsfrüherkennung des Gebärmutterhalses, das sogenannte PAP-Screening. Die WHO empfiehlt im Vergleich dazu eine Testung erst ab dem 30. Lebensjahr und dann auch nur einen HPV-Test alle 3 bis 5 Jahre.
Seit Januar 2020 gibt es in Deutschland nun ein angepasstes, flächendeckendes und organisiertes Screening, das durch den G-BA (gemeinsamer Bundesausschuss) festgelegt und ausgearbeitet wurde. Zudem wurde die S3-Leitline überarbeitet und aktualisiert. Frauen im Alter von 20 bis 65 Jahren erhalten alle 5 Jahre eine Einladung von ihrer Krankenkasse für das Screening. Die Teilnahme ist freiwillig. Die neue Vorgehensweise soll unnötige und vorschnelle Konisationen (Eingriff am Gebärmutterhals) vermeiden.
Das Informationsmaterial für Patienten wurde ebenfalls überarbeitet.
20 – 34: https://www.g-ba.de/downloads/17-98-4865/2022-11-17_G-BA_Versicherteninformation_Gebaermutterhalskrebsscreening_Frauen_20-34_bf.pdf
Ü35: https://www.g-ba.de/downloads/17-98-4866/2022-11-17_G-BA_Versicherteninformation_Gebaermutterhalskrebsscreening_Frauen_ab_35_bf.pdf

Frauen im Alter von 20 – 34 Jahren bekommen einmal jährlich einen PAP-Abstrich durch ihre Krankenkasse finanziert. Dieses Vorgehen wird teilweise kritisiert, da die wissenschaftlichen Belege für den Mehrnutzen fehlen. (siehe auch „Was ist der PAP-Abstrich)
Bei Frauen ab 35 Jahren verlängert sich das Intervall auf 3 Jahre. Dann werden die Kosten für eine Kombitestung (PAP- Abstrich oder neu Dünnschichtzytologie und HPV-Test) übernommen. Die jährliche gynäkologische Untersuchung bleibt unverändert.

Großen Vorteil der neuen Richt- und Leitlinien sehen Expert*innen vor allem in der verbesserten Qualität der Tests. Vor einer Konisation muss eine Kolposkopie in einer spezialisierten Praxis oder einer Dysplasie-Sprechstunde durchgeführt werden. Die verwendeten HPV-Tests müssen dokumentiert werden und müssen nachweislich eine gute Trefferquote aufweisen.

Problematisch ist, die höchste Sterblichkeit durch Gebärmutterhalskrebs tritt bei Frauen über 75 Jahren auf. Diese werden nicht erfasst.

Was ist eine Kolposkopie?

Die Kolposkopie, oder Scheidenspiegelung ist eine Untersuchung, die ambulant in der gynäkologischen Praxis durchgeführt wird. Wie bei einer Vorsorgeuntersuchung werden im ersten Schritt mit einem gynäkologischen Instrument die Scheidenwände entfaltet, um eine gute Sicht auf Vulva, Vagina und den Gebärmutterhals und -mund zu gewährleistet.
Das Kolposkop (spezielles Mikroskop) wird vor der Vulva platziert aber nicht eingeführt. Es ermöglicht eine Betrachtung des Gewebes mit 10- bis 30facher Vergrößerung. Ihr*e Gynäkolog*in betrachtet das Gewebe auf erste Auffälligkeiten. Im nächsten Schritt wird der gesamte Anogenitalbereich mit drei- bis fünfprozentiger Essigsäure betupft. Es kann zu leichtem Brennen auf den behandelten Bereichen kommen. Krankhaft veränderte Zellen färben sich weiß oder gelblich. Diese Färbung ist abhängig vom Ausmaß der Zellveränderung: je schneller und intensiver die Weißfärbung, desto größer die Veränderungen. Die Schleimhäute im Innern werden mit Jodlösung betupft. In diesem Schritt werden gesunde Zellen braun gefärbt, veränderte verfärben sich nicht weiter.

Zeigen sich bei der Kolposkopie veränderte Zellen, wird aus dem betroffenen Gewebe eine kleine, stecknadelkopfgroße Probe entnommen (= Knipsbiopsie) und im Labor mikroskopisch untersucht.

Da der Gebärmutterhals recht unempfindlich ist, ist diese Untersuchen zwar ggf. unangenehm, aber nur wenig schmerzhaft. Nach der Untersuchung kann ein bräunlicher oder grünlicher Ausfluss auftreten, der durch die verwendeten Lösungen bedingt und unbedenklich ist.

Bei unklaren Ergebnissen oder schwer zu beurteilenden Proben ist eine Überweisung an eine Dysplasie-Sprechstunde möglich. Diese gibt es in vielen Unikliniken und größeren Frauenkliniken (www.dysplasieportal.de, www.oncomap.de).

Es empfiehlt sich 24 Stunden vor der Untersuchung und einige Tage im Anschluss auf Geschlechtsverkehr, die Verwendung von Tampons oder anderen einzuführenden Produkten zu verzichten. Im Anschluss an eine Biopsie sollte auch, um eine Infektion zu vermeiden, kein Vollbad genommen oder ein Schwimmbad besucht werden. Während der Periode ist die Untersuchung nicht möglich.

Was ist eine Konisation?

Bei einer Konisation wird ein kegelförmiger Anteil vom Gebärmutterhals herausgeschnitten, um Gewebeveränderungen in diesem Bereich zu untersuchen oder um Krebs oder Krebsvorstufen zu entfernen.

Die Gewebeabtragung kann einmal mittels CO2-Laser oder Schlinge durchgeführt werden. Und hat den Vorteil, dass das Gewebe im Anschluss histologisch untersucht werden kann. Mittels Kolposkopie und Knipsbiopsie werden vorher die zu behandelnden Bereiche bestimmt. Mit beiden Optionen kann sehr präzise gearbeitet und nur kleine Gewebebereiche kegelförmig entfernt werden.
Zum anderen kann eine Co-Laser-Vaporisation durchgeführt werden. Hierbei werden die Zellen durch Hitze zerstört. Eine anschließende histologische Untersuchung ist nicht mehr möglich. Diese Methode eignet sich für Bereiche des äußeren Gebärmuttermundes oder Bereiche drum herum. Vorher erfolgt meist eine Entnahme einer kleinen Gewebemenge aus dem Inneren des Gebärmutterhalses (endozervikale Kürettage).

Nach den Leit- und Richtlinien dürfen Konisationen nur noch nach vorheriger Kolposkopie durch

  • eine spezialisierte Praxis/Dysplasie-Sprechstunde,
  • bei andauernden Gewebeschädigungen,
  • Gewebeschädigungen mit hohem Risiko für ein invasives Karzinom (CIN3) erfolgen.

 

Der Eingriff kann zumeist ambulant unter Teilnarkose durchgeführt werden. Stationäre Eingriffe unter Vollnarkose sind im Krankenhaus möglich. Obwohl die Wunde am Gebärmutterhals relativ groß sein kann, sind die Schmerzen während der Wundheilung meist moderat. Leichte Blutungen oder hellroter Ausfluss sind normal. Es ist mit einer Heilungszeit von ca. 2 Wochen zu rechnen.
Nach vier Wochen erfolgt eine Kontrolluntersuchung. Bis dahin sollte auf Geschlechtsverkehr, einzuführende Produkte wie Tampons, Schwimmbadbesuche und Vollbäder verzichtet werden.

Die Rezidivrate liegt bei 4%. Ein Rezidiv nach der zweiten Konisation zieht meist die Entfernung der gesamten Gebärmutter nach sich.

Selten sind Komplikationen möglich: Blutungen, Verletzungen durch die Operationsinstrumente, Wundinfektionen, Entzündungen der Gebärmutter, Harnblase oder der Eileiter, Verklebung/Stenosen des Muttermundes. Wenden Sie sich also an Ihre Gynäkologin*Ihren Gynäkologen, sobald starke Schmerzen, Fieber oder starke Blutungen auftreten.

Kann ich nach einer Konisation ein Kind austragen?

Einer Schwangerschaft steht nach einer Konisation prinzipiell nichts im Wege. Bei unvollständiger Familienplanung wird möglichst wenig Gewebe entfernt. Der Muttermund ist trotzdem ggf. verändert. Bei einer Verkürzung des Gebärmutterhalses durch den Eingriff ist das Risiko für eine Frühgeburt und ein geringes Geburtsgewicht in einigen Fällen erhöht. Durch Vernarbungen kann der Geburtsprozess selbst verändert sein. Sie werden von Ihrer gynäkologischen Praxis während der Schwangerschaft engmaschig betreut.

Auffälliger PAP während der Schwangerschaft

Der veränderte Hormonhaushalt während der Schwangerschaft verändert die Beschaffenheit des Gewebes an und im Gebärmutterhals. Es erfolgt zumeist die Überweisung an eine Dysplasie-Sprechstunde. Bestätigt sich dort der Befund, folgen Kolposkopie und Biopsie. Beide Untersuchungen sind während der Schwangerschaft gut möglich, die Schwangerschaft bleib hierdurch unberührt. 

In vielen Fällen heilen die Veränderungen nach der Schwangerschaft wieder aus. Eine sofortige Behandlung ist in den meisten Fällen nicht notwendig.

Sollten bereits Krebszellen statt Vorstufen derselben gefunden werden, wird die Therapie meist so lange herausgezögert, bis das Kind auf die Welt gebracht werden kann. Ob die Schwangerschaft etwas verkürzt werden muss, ein Kaiserschnitt nötig ist oder eine vaginale Entbindung möglich ist, all diese Fragen müssen sie individuell mit Ihren behandelnden Arzt / Ärztin besprechen. 

Terminologie

Die Bezeichnung der Ergebnisse des PAP-Abstriches folgt der sogenannten Münchner Nomenklatur.
www.zytologie.org/media/data/Borschuere-Muenchner-Nomenklatur-III-fuer-die-gynaeko.pdf 

Diese unterscheidet fünf Gruppen – I bis V. Zur weiteren Einteilung werden Großbuchstaben (= Ausprägung der Veränderung) und Kleinbuchstaben (= betroffenes Gewebe: p = Plattenepithel, g = glandulär (Drüsenzellen), e = Endometrium vorhanden (aus dem Innern der Gebärmutter), x = unklare Herkunft, 1 = Auffälligkeiten in der Anamnese) verwendet. 

Wird nach einem auffälligen PAP-Ergebnis eine Gewebeprobe entnommen, wird diese nach CIN-Stadien klassifiziert, wenn die Veränderungen auf die Schleimhaut des Gebärmutterhalses begrenzt sind (CIN = cervikale intraepitheliale Neoplasien). Je nach Schweregrad werden drei Gruppen unterschieden – 1 bis 3. Hier werden statt einzelner Zellen wie beim PAP-Abstrich das ganze Gewebe betrachtet.

PAP 0 

Das Probenmaterial ist durch das Labor nicht beurteilbar. Dies hat meist technische Gründe. Die Probe könnte schlecht entnommen oder aufbereitet worden sein, Störfaktoren wie Blut machen die Auswertung unmöglich. Der Test muss wiederholt werden.

PAP I

Der Befund ist unauffällig ohne verdächtige Zellen.

PAP II

Der Abstrich zeigt einzelne, aber nur leicht auffällige Zellen, die Veränderungen sind nur marginal. Es besteht kein Verdacht auf Krebs oder andere schwerwiegende Gewebeveränderungen. Dieser Befund gilt noch als Normalbefund.
Bei einem PAP IIp, also leichten Veränderungen im Plattenepithel, sieht die S3 Leitlinie zur Prävention des Zervixkarzinoms einen HPV-Test vor.

Veränderungen dieser Kategorie können auch auf Hormonveränderungen durch die Menopause oder Entzündungen des Muttermundes oder Gebärmutterhalses durch bakterielle oder Pilzinfektionen zurückzuführen sein.

PAP III

Die betrachteten Zellen sind verändert, können aber nicht eindeutig als gut oder böse klassifiziert werden. Um schlecht erhaltenes Probenmaterial als Ursache auszuschließen, wird ein erneuter Abstrich genommen und der Test wiederholt. 

PAP IIID – habe ich Krebs?

Hier gilt die Devise: Durchatmen, abwarten, auch wenn es schwerfällt. Sie können Ihren Organismus unterstützen (siehe „Was kann ich unterstützend tun?“). Ihr Gynäkologe / Ihre Gynäkologin wird Sie regelmäßig (alle 6 Monate) zur Kontrolle bitten. Scheuen Sie sich nicht, eine Zweitmeinung einzuholen, wenn Ihnen das Vorgehen Ihrer Praxis nicht zusagt, nicht leitliniengetreu verläuft oder sie andere Bedenken haben.
Ein PAP IIID zeigt eindeutige Dysplasien (oberflächliche Zellveränderungen am Gebärmutterhals), aber noch keine Krebszellen. Der Zusatz 1 oder 2 klassifiziert das Ausmaß der Dysplasien. Aus Dysplasien KÖNNTE sich Krebs entwickeln. Dieser Prozess dauert Jahre und die Spontanremissionsquote ist sehr gut. Es bleibt ausreichend Zeit für eine gute Information und ein gutes Screening.
PAP IIID1: Zellbild einer leichten Dysplasie analog CIN1
PAP IIID2: Zellbild einer mäßigen Dysplasie analog CIN2

PAP IV

Die Probe zeigt schwere Dysplasien und hochgradig veränderte Zellen. Es besteht der Verdacht auf Krebs. Der Zusatz „a“ (PAP IVa) steht für „in-situ-Karzinom. Die Gewebeveränderungen sind schwer oder es handelt sich um Krebs im Frühstadium. Ein „b“ bedeutet eine Ausbreitung der Krebszellen.

Es folgt ein erneuter Abstrich, um das Ergebnis zu bestätigen, eine Kolposkopie und eine weitere histologische Abklärung.

PAP V

Der Befund ist relativ eindeutig, Krebs wahrscheinlich. Die Diagnose lautet meist: invasives Zervixkarzinom oder ein anderer invasiver Tumor.

CIN 1

Die Veränderungen sind in einem frühen Stadium befindliche Krebsvorstufen. Das äußere Drittel der Hautschicht ist verändert. Diese können sich spontan zurückbilden und ausheilen.

Es folgen Kontrollen alle 6 Monate. Bessert sich der Befund innerhalb 1 bis 2 Jahren nicht, sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Remission (Rückbildung) deutlich, v.a. bei gleichzeitiger HPV-Infektion.

CIN 2

Die Veränderungen der Zellen sind weiter fortgeschritten und mittelschwer. Bereits die äußeren 2/3 der Hautschicht sind verändert. Spontanheilungen werden seltener, sind aber weiterhin möglich. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei etwas über 1:3. Das Risiko eines invasiven Zellkarzinoms steigt mit zunehmendem Alter. 

Auch hier folgen regelmäßige Kontrollen.

CIN 3

Die Probe zeigt fortgeschrittene Krebsvorstufen oder in-situ-Karzinome (=CIS). Die Veränderungen sind auf die Schleimhaut begrenzt, diese aber gänzlich betroffen. Die Remissionsrate ist sehr gering und sinkt mit steigendem Alter immer weiter (Grenze liegt bei ca. 25 Jahren). Bei jungen Frauen kann mit dem Arzt diskutiert und abgewogen werden, ob Abwarten und Beobachten unter engmaschiger Kontrolle möglich ist. Ohne Behandlung steigt das Risiko eines invasiven Karzinoms. Die betroffenen Bereiche sollten mittels Konisation entfernt werden.

Kurzübersicht PAP-Befunde

Befund

Bedeutung

Handlungsempfehlung

PAP 0

Unzureichendes Material, Abstrich kann nicht beurteilt werden

Abstrich innerhalb von drei Monaten wiederholen

PAP I

Unauffälliger Befund

Kontrolle im normalen Vorsorgeintervall
Ausnahme: Frauen Ü35 mit positivem HPV-Test

PAP II

Bedingt auffälliger Befund, keine Krebsvorstufen gefunden

Weiteres Vorgehen abhängig vom Alter, Grad der Zellveränderung und Ergebnis des HPV-Tests, Empfehlung weiterer Kontrollen im Abstand von sechs bis zwölf Monaten

PAP IIa

Unauffälliger Befund, auffällige Befunde in der Anamnese

Ggf. Wiederholung des Tests

PAP III

Unklarer Befund

Wiederholung des Tests, ggf. Kolposkopie innerhalb von drei Monaten

PAP IIID1

Eindeutig veränderte Zellen mit geringem Risiko, sich zu Krebszellen zu entwickeln

Watchfull Waiting, weitere Tests im Abstand von sechs bis zwölf Monaten, ggf. Kolposkopie innerhalb von drei Monaten

PAP IIID2

Stärkere Zellveränderungen, Chance auf Spontanremission sinkt

Watchfull Waiting, Kolposkopie innerhalb von drei Monaten empfohlen

PAP IVa

Stark veränderte Zellen, unmittelbarer Verdacht auf eine Krebsvorstufe oder Krebszellen im Frühstadium

Sofortige Kolposkopie ggf. Biopsie

PAP IVb

Große Wahrscheinlichkeit für Krebs, Krebszellen können sich evtl. schon ausgebreitet haben

Sofortige Kolposkopie und Biopsie

 

PAP V

Krebszellen eindeutig nachgewiesen, möglicherweise nicht mehr auf die oberflächliche Schleimhaut des Gebärmutterhalses begrenzt

Sofortige Kolposkopie und Biopsie

Therapie

Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad und dem Ausmaß der Veränderungen. Da die Infektionen meist unbemerkt verläuft und innerhalb von 2 Jahren selbst ausheilt, lautet die Devise: Abwarten! Heilen die Dysplasien nach einer angemessenen Wartezeit nicht aus, folgen Kolposkopie und ggf. Biopsie und ein HPV-Test. Sollte nach Auswertung der neuen Ergebnisse ein weiteres Warten nicht mehr indiziert sein, wird das betroffene Gewebe entfernt.
Die Wartezeit kann sehr quälend für die betroffene Person sein. Sie geht auch mit einer großen Verunsicherung einher und dem Bedürfnis, unterstützend etwas zu tun und nicht nur untätig zu warten.

Was kann ich unterstützend tun?

Das Wichtigste zuerst: Es gibt nicht DIE eine Methode, DAS eine Rezept, DIE Sicherheit, dass die Auffälligkeiten dann in DER Zeit zurück gehen, sich die Werte in DER Zeit bessern. Das Geschehen ist individuell, ebenso der Verlauf. Es handelt sich um ein multifaktorielles Geschehen und jeder Organismus kommt aus einer anderen Situation heraus.

Es handelt sich bei einer HPV-Infektion um eine Virusinfektion. Es ist immer ratsam, das Immunsystem und den Organismus gut zu unterstützen. Bewegung an der frischen Luft, Sport, gesunde, vollwertige und vitaminreiche Ernährung, ausreichend erholsamer Schlaf und Stressreduktion. Achten Sie auf Ihren Vitamin D-Spiegel. Diesen können Sie durch Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder mittels Selbsttest bestimmen. Mittels Tabletten, Tropfen oder auch Vaginalzäpfchen kann ein etwaiges Defizit kompensiert werden.

Naturheilkunde rund um den Eingriff

Möchten Sie die Wundheilung des Eingriffes homöopathisch unterstützen, bieten sich als Einzelmittel klassisch Arnica C30, Staphisagria C30 und Hypericum C30 an. Die Dosierungsempfehlungen unterscheiden sich etwas je nach Quelle.
Eine gute Empfehlung ist der sogenannte OP-Cocktail. Hier lösen Sie je 3 Globuli der 3 Mittel in einem halben Liter Leitungswasser und trinken nach dem Eingriff anfangs alle 30 Minuten einen kleinen Schluck aus der Flasche. Vor jedem neuen Schluck schütteln Sie die Flasche. Behalten Sie den Schluck vor dem Abschlucken etwas im Mund, um die Kontraktzeit mit der Schleimhaut zu verlängern. Verlängern Sie die Abstände zwischen den Schlucken nach und nach. Im Allgemeinen ist es ein gutes Zeichen, wenn Sie die Einnahme vergessen, dann gehen die Beschwerden bereits langsam zurück.
Eine andere Empfehlung ist die Einnahme von Arnica C30 oder Staphisagria C30 je 3 Globuli bereits einige Tage vor dem Eingriff und für einige Tage darüber hinaus. Auch hier vermischt in Wasser. Die 3 Globuli werden in einem Glas Wasser gelöst und in kleinen Schlucken über den Tag verteilt getrunken.

Pflanzlich bietet sich ein Tee aus Schafgarbenkraut an. Genießen Sie 3-mal täglich eine Tasse frisch zubereitet.

Alternative Heilverfahren

Es gibt viele Möglichkeiten den Organismus zu unterstützen. Sicher ist auch für Sie eine geeignete Option dabei. Schauen Sie, womit Sie sich wohl fühlen. Nicht viel hilft viel und die angeführten Möglichkeiten sind Optionen. Entscheiden Sie sich für das, was sich gut und richtig anfühlt und bleiben Sie für eine geraume Zeit dabei. Zumeist empfiehlt sich eine Zeit von 3 Monaten, um den Status erneut zu bewerten.

Ernährung, Vitamine und Mineralstoffe, Lebensstil, klassische Homöopathie, Phytotherapie, TCM inklusive Akupunktur, Kräutermischungen, Akupressur und Qi Gong und auch die Visualisierung nach der Methode Wildwuchs.

Wenden Sie sich bei Unsicherheiten an Ihre gynäkologische Praxis, das FFGZ (Feministisches Frauen Gesundheitszentrum e.V.) oder spezialisierte Therapeuten.

Unterstützung des Immunsystems

Es handelt sich bei der HPV-Infektion um einen viralen Infekt. Hier ist vor allem ein gesundes Immunsystem eine gute Voraussetzung für ein spontanes Ausheilen.
Aktuell wird leider noch zu wenig Wert auf Prävention und Unterstützung gelegt, der Lebenskontext nicht ausreichend beachtet.

Unterstützen Sie Ihr Immunsystem mit einer guten, ausgewogenen und gesunden Ernährung (siehe dort), passen Sie Ihren Lebensstil an (siehe dort). Das Immunsystem kann zudem mit klassischen Maßnahmen wie pflanzlichen Arzneimitteln (siehe dort), Nahrungsergänzungsmitteln bei Vitamin- und Mineralstoffmangel (siehe dort) unterstütz werden.

Auch wenn Sie unter Allergien leiden, ist dies oft eine Zeit des Stresses für Ihren Organismus. Das Immunsystem ist geschwächt und braucht ggf. besondere Aufmerksamkeit. Achten Sie auf eine adäquate Therapie Ihrer Allergie, um Ihren Organismus zu entlasten.

Ernährung

Gesunde, ausgewogene Ernährung ist immer eine gute Unterstützung unseres Organismus und sollte unbedingt berücksichtigt werden. Vitamin- und Mineralstoffmangel schwächt den Organismus, schwächt das Immunsystem und gibt Viren und Bakterien mehr Raum. Als besondere Risikofaktoren im Zusammenhang mit HPV gelten Mangel an Vitamin A, B (v.a. Folsäure) und C. Viele Pflanzen enthalten zudem wertvolle Inhaltsstoffe, die über die Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen hinaus das Immunsystem und den gesamten Organismus unterstützen können.

 

Die Liste der empfehlenswerten Nahrungsmittel ist lang, sicher finden Sie auch schmackhafte und gut in den Alltag zu integrierende Optionen. Hier eine beispielhafte Auflistung:

  • Nüsse, kaltgepresste Öle
  • Vollkornprodukte, Wildreis, Weizenkeime, Hirse
  • viel frisches, saisonales Gemüse, wie grünes Blattgemüse, Äpfel, roher Brokkoli, rohe rote Bete, Endiviensalat, Spinat, Apfelsinen
  • Johannisbeeren und Holunderbeeren und die Säfte aus diesen (sekundäre Pflanzenstoffe unterstützen die Zellatmung)
  • Sauer vergorener Rote Beete Saft (2 Gläser täglich) (unterstützt Ihre Darmflora und damit das Immunsystem)
  • Kohlgemüse (Sulforaphan)
  • Bohnen (zellschützenden Inhaltsstoffe)
  • Sojabohnen, Hülsenfrüchte (Flavonoide unterstützen die Zellneubildung)
  • Aubergine, Rotkraut, Himbeeren, Johannisbeeren, Blaubeeren, Brombeeren (Anthocyane wirken anitoxidativ, Flavonoide unterstützen die Zellneubildung)
  • Zwiebeln, grüner Salat, grüne Bohnen, Brokkoli, Grünkohl, Schnittlauch, Kapern, Liebstöckel, Äpfel, Heidelbeeren, Tee, Sanddorn, rote Trauben, Kirschen, Himbeeren, schwarze Johannisbeeren, Brombeeren, Preiselbeeren, Tomaten, Zitrusfrüchte, Paprika, Buchweizenkraut, Holunder, Knoblauch, Kakao, Sanddornbeeren (Quercetin, Rutin dienen den Pflanzen als UV-Schutz, schützen so vor freien Radikalen und wirken immunstärkend, Flavonoide unterstützen die Zellneubildung)
  • Als Gewürze eignen sich vor allem: Cayenne-Pfeffer, Knoblauch, Galgant, Tragant (TCM), Gewürznelke, Rote Meeresalge, Lapacho, Majoran, Oregano, Rosmarin, Thymian

Etablieren Sie vor allem basische Lebensmittel und versuchen Sie alles Übersäuernde zu vermeiden oder zumindest deutlich zu reduzieren (Kaffee, Weißbrot, Kuchen, Süßigkeiten, Wurst, Fleisch, Geflügel, Alkohol, Nikotin, Limonaden, Kuhmilchprodukte). 

Lebensstil

Mit unserem Lebensstil können wir viel Einfluss auf unser Wohlbefinden und unseren Organismus nehmen. Sorgen wir für ausreichend Ruhephasen, können wir uns entspannen und gut schlafen, hilft das ungemein. Unter Stress produziert unser Organismus viel Cortisol, was langfristig unser Immunsystem fordert und schwächt. Zellteilung und Zelltod sind eigentlich im Gleichgewicht und wird durch Stress gestört.

Ist der Gebärmutterhals eine immer wiederkehrende Thematik? Eine persönliche Schwachstelle? Dann lohnt ein Blick auf den aktuellen Lebensstil. Zellveränderungen am Gebärmutterhals signalisieren einen Zustand von körperlicher und seelischer Überforderung. Es gilt zur Ruhe zu kommen, Einkehr zu finden, Stress zu reduzieren und Grenzen zu setzen. Der Alltag mit seinen Routinen sollte überdacht und sich selbst unbedingt mehr Raum gegeben werden. Immer an Begleitung der Seele denken, patriarchale Gesellschaft baut Druck und Stress auf, unverarbeitete Gefühle, Trennungen, fremdbestimmte, nicht erfüllende Sexualität, Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper dürfen begleitet und aufgearbeitet werden. Dies bringt einen großen Gewinn für die Heilungschancen.

Zu Stressbewältigung und -reduktion können unterschiedlichste Methoden herangezogen werden. Auch hier ist die Palette so groß und vielfältig, dass sich für jeden Menschen die richtige Option finden lässt. Spüren Sie, was Ihnen guttut, probieren Sie sich aus, geben Sie sich Zeit und nehmen Sie Druck raus. Beispiele sind: Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen, Achtsamkeitstraining, Qi Gong, Tai Chi, Meditation.

Rauchen ist ein weiterer wichtiger Punkt. Dass Rauchen der Gesundheit nicht zuträglich ist, ist weithin bekannt und soll hier nicht weiter diskutiert werden. Gerade in stressigen Zeiten ist der Konsum meist noch stärker ausgeprägt. Hier beißt sich sprichwörtlich die Katze in den Schwanz. Durch die enthaltenen, giftigen Begleitstoffe wird die Durchblutung des Organismus vermindert, die Zellatmung behindert. Dies sind alles Prozesse, die den Körper zusätzlich zum Stress, weiter schwächen und das Immunsystem negativ beeinflussen. Auch Passivrauchen sollte weitestgehend vermieden werden.

Das Sport der Gesundheit hingegen zuträglich ist, ist auch ein bekannter Fakt. Versuchen Sie sich an einem regelmäßigen Ausdauertraining (5x/Woche für mindestens 30 Minuten). So optimieren Sie Ihren Immunstatus und reduzieren Stress.
Auch Bewegungen des Beckens können unterstützend wirken. Spezielles Luna Yoga oder Bauchtanz sind eine gute Option. Möchten Sie Ihrem Becken darüber hinaus etwas Gutes tun, genießen Sie Sitzbäder, Massagen, Wickel oder tägliche Einreibungen mit Kuper Salbe rot von Wala oder dem Solum Öl von Wala. Beides durchwärmt wunderbar.

Wichtig ist, bewahren Sie Ruhe, haben Sie Geduld mit sich und Ihrem Körper und haben Sie gute Strategien für Ihren Alltag gefunden, bleiben Sie dran! Holen Sie sich wo immer nötig Unterstützung, nicht nur von Fachpersonen, sondern auch von Partner*innen und Freund*innen.

NEM

Nahrungsergänzungsmittel sollten immer mit Bedacht und verhältnismäßig eingesetzt werden. Sie sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung oder einen gesunden Lebensstil. Sie können aber eine gute Unterstützung darstellen und helfen, Defizite und Mangelsituationen schneller auszugleichen.
Nehmen Sie weitere Arzneimittel regelmäßig ein, besprechen Sie bitte mit Ihrer ärztlichen Praxis oder Ihrer Apotheke inwieweit es Dinge zu beachten gibt, um den Therapieerfolg nicht zu gefährden. Nicht alle Arzneimittel passen mit allen NEM zusammen.

Es hat sich gezeigt, dass einige Vitamine und Mineralstoffe von besonderer Bedeutung im Zusammenhang mit HPV-Infektionen stehen.

  • Vitamin A, C (Zellaufbau, Reduktion freier Radikale)
  • Vitamin E (Zellschutz, Reduktion freier Radikale, Unterstützung der Leber)
  • Zink  Stärkung des Immunsystems
  • Folsäure (3 – 5 mg/d, Zellschutz, Reduktion freier Radikale, Unterstützung der Leber)
  • Vitamin B6 (50 mg/d), auch B1 und B12
  • Magnesium (300 mg/d)
  • Vitamin D vaginal als Öl oder Zäpfchen, nach 8 Wochen Kontrolle durch Ihre gynäkologische Praxis, bei längerer Anwendung Vitamin D - Spiegel überprüfen, nicht in der Schwangerschaft

Phytotherapeutika

Auch die Pflanzenwelt hält einiges zur Unterstützung für uns bereit.

  • Echinacea purpurea Urtinktur zur Stärkung des Immunsystems, bitte beachten Sie die allgemeinen Hinweise zur Einnahmebeschränkungen und Kontraindikationen
  • Wobenzym, Phlogenzym Mono, Wobemucos, Karazym zur Stärkung der Schleimhaut, Rückbildung der Veränderungen, Verschwinden der Viren. Enzyme beschleunigen die Stoffwechselvorgänge, stärken die Abwehrzellen
    • Bromelain aus Ananas (2 Scheiben tgl., bio, frisch und sonnengereift)
    • Papain aus Papaya
  • Teemischung 25 g Frauenmantel
    15 g Taubnesselblüten
    15 g Ringelblume
    25 g Ackerschachtelhalm
    25 g Thymian
    35 g Bockshornklee
    • Empfohlen wird eine Kur über 2 bis 3 Monate, 3x tgl., 1 gestrichener TL/Tasse, 10 Minuten abgedeckt ziehen lass
  • Misteltherapie, bis HPV nicht mehr nachweisba
    • Viscum alba (Mistel auf Apfelbäumen) enthalten in Iscador, Heloxor, Viscum album, 2 – 3 x wöchentlich subkutan
  • Alternative: Viscum album D4 3 x tgl. 1 Tbl.
  • Verschiedene Pflanzen, die als Tee getrunken antiviral, leberunterstützend und antioxidativ wirken
    • Arcticum lappa (Große Klette)
    • Cistus canadensis (Zistrose) und Cistus creticus (kretische Zistrose)
    • Diktam (Diptam-Dorst)
    • Glycyrrhiza glabra (Echtes Süßholz)
    • Melissa officinalis (Zitronenmelisse)
      • > Entweder eine Mischung aus allen zu gleichen Teilen oder einzeln als Tee
      • > 3 – 4 x tgl., 1 gestrichener EL pro Tasse, 15 min abgedeckt ziehen lassen
  • Teemischung „Flor Essenz“ 8 Kräuter, altes indianisches Rezept bei Krebserkrankungen, Krebsvorstufen, Immunerkrankungen: Klettenwurzel, kleiner Sauerampfer, Ulmenrinde, Brunnenkresse, Rhabarberwurzel, Braunalge, Benediktenkraut, Rotkleeblüten
  • Alles Flavonoid-haltige unterstützt die Zellneubildung
  • 1 L Brennnesseltee täglich unterstützt die Ausleitung
  • Johanniskraut, Pfefferminze enthaltenes Rutin dient der Pflanzen als UV-Schutz, schützen so vor freien Radikalen und wirken immunstärkend
  • Myrrhe, Propolis, Süßholz

Homöopathie, Schüssler Salze

Lassen Sie sich von kompetenten Fachpersonen unterstützen und beraten, um die für Sie und Ihr individuelles Krankheitsgeschehen passende Mittel zur Unterstützung zu finden.

  • Biochemie Nr. 11 Silicea D12 unterstützt die Zellatmung, Haut- und Schleimhautregeneration  3 x 3 Tbl.

Sexualleben und Verhütung

Es kann sinnvoll sein, bei ausgeprägter oder wiederkehrender Problematik eine Alternative zur Verhütung mit synthetischen Hormonen, wie in Pille, Ring, Pflaster, Dreimonatsspritze, Implantat, Hormonspirale enthalten, zu suchen. Verhütung ist ein sehr individuelles Thema und nicht jede Option ist für jede Person und individuelle Situation gleich gut geeignet. Es ist aber durchaus sinnvoll, den aktuellen Stand einmal genauer zu betrachten und andere Optionen in die Überlegung mit einzubeziehen.
Synthetische Hormone sind wahre Nährstoffräuber. Gleichen Sie entstandene Vitamin- und Mineralstoffmangel aus.

Auch hormonfreie Varianten wie Kupferspirale, Kupferkette können problematisch sein. In einigen Fällen reizen Sie den Muttermund, was das Gewebe zusätzlich fordert.

Verhüten Sie mit der Portiokappe, sollte dessen Verwendung für die Zeit der Veränderungen unterbrochen werden. Nach dem Ausheilen kann diese dann wieder verwendet werden.

Suchen Sie gegebenenfalls eine Alternative zu Tampons, da diese die Vaginalschleimhäute austrocknen und so reizen können (z.B. Menstruationskappe, Periodenunterwäsche).

Es empfiehlt sich gegebenenfalls die Verwendung von Kondomen. Sie dienen nicht nur dem Schutz einer ungewollten Schwangerschaft, sondern auch als Hygieneschutz und Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Da vaginale Infektionen wie Chlamydien und Herpes einen weiteren Risikofaktor darstellen, sollten diese unbedingt vermieden werden.
Ob Kondome auch vor einer HPV-Infektion schützen können ist noch nicht ausreichend untersucht. (s. „Schützen Kondome vor einer HPV-Infektion)

Bei heterosexuellem Geschlechtsverkehr (GV) ist dringend auf eine gute Hygiene der Männer zu achten. Untersuchungen haben gezeigt, dass bei GV mit beschnittenen Männern weniger Dysplasien zu beobachten sind. Es empfiehlt sich daher Penis samt Vorhaut vor dem Geschlechtsverkehr zu waschen.

Hormonelle Umbruchzeiten wie Schwangerschaft, Stillzeit und die Wechseljahre stellen weitere Risikofaktoren dar. Nehmen Sie Vorsorgeuntersuchungen und Beratungen durch Ihre gynäkologische Praxis wahr.

Vaginalzäpfchen

Rose Melisse Vaginalzäpfchen

Diese Rezeptur ist von einer Gynäkologin erarbeitet und erprobt worden. Wir stellen Sie in sorgfältiger Handarbeit bei uns im Labor her. Weitere Informationen zu den enthaltenen Inhaltsstoffen, Dosierung, Anwendung etc. finden Sie hier.

Myrten Vaginalzäpfchen

Die Carstens Stiftung konnte in einer placebokontrollierten Doppelblindstudie zeigen, dass Myrten-Vaginalzäpfchen den Verlauf einer HPV-Infektion positiv beeinflussen können. Weitere Informationen zu den enthaltenen Inhaltsstoffen, Dosierung, Anwendung etc. finden Sie hier.

Ich habe keine Menstruationsblutung, muss ich trotzdem eine Pause bei der Anwendung der Myrten Vaginalzäpfchen machen?

Ja. Das Studiendesign sieht ein therapiefreies Intervall von zehn Tagen vor, dieses sollte zur Reproduzierbarkeit der Ergebnisse eingehalten werden. Möchten Sie Ihre Schleimhaut in der Zwischenzeit sanft unterstützen, können Sie dies mit unseren Vitamin D Vaginalzäpfchen tun.

Rose-Melisse oder Myrten Vaginalzäpfchen – Welche sind denn nun besser?

Beide Rezepturen sind erprobt und erfolgreich angewendet worden. Es ist nicht möglich, einer der beiden Rezepturen den Vorrang zu geben. Können auch Sie sich nicht entscheiden oder möchten Sie unbedingt beide Präparate ausprobieren, empfiehlt sich folgendes Vorgehen:
14 aufeinanderfolgende blutungsfreie Nächte: Rose-Melisse Vaginalzäpfchen -> 4 Wochen Pause -> 20 aufeinanderfolgende blutungsfreie Nächte Myrten Vaginalzäpfchen -> 10 Tage Pause -> 20 aufeinanderfolgende blutungsfreie Nächte Myrten Vaginalzäpfchen -> 10 Tage Pause -> 20 aufeinanderfolgende blutungsfreie Nächte Myrten Vaginalzäpfchen -> 10 Tage Pause -> Vitamin D Vaginalzäpfchen bis max. 4 Tage vor der nächsten Kontrolluntersuchung.
Die Vitamin D Vaginalzäpfchen können Sie auch während der freien Intervalle anwenden, wenn diese blutungsfrei sind.

Warum ist die Nachsorge nach der Anwendung der Myrten Vaginalzäpfchen mit Vitamin D Vaginalzäpfchen vorgesehen?

In der Studie der Carstens Stiftung erfolgt eine Nachsorge mit hochdosierten Vitamin D Vaginalzäpfchen. Sprechen Sie mit Ihrer behandelnden Praxis über Ihren aktuellen Vitamin D Status. Wir können gern auf Rezept durch Ihren Arzt/Ihre Ärztin verordnete Vaginalzäpfchen mit 12500 I.E. Vitamin D entsprechend dem Studiendesign herstellen. 

Rezeptfrei können Sie unsere Vitamin D Vaginalzäpfchen mit je 1000 I.E. Vitamin D erhalten und damit auf sanfte Weise Ihr Immunsystem und Ihre Schleimhäute versorgen und unterstützen. Bitte beachten Sie die zusätzlich zugeführten Vitamin D Einheiten und reduzieren Sie Tropfen oder Tabletten entsprechend.

Mein PAP-Wert wechselt ständig – Welche Zäpfchen sind für mich richtig?

Ein wechselnder PAP-Wert kann viele Ursachen haben. Stress, hormonelle Schwankungen und Veränderungen, Entzündungen und Infektionen beeinflussen die Schleimhaut und damit auch ggf. die Testergebnisse.

Auch hier ist die Anwendung der Rose-Melisse oder Myrten Vaginalzäpfchen möglich.
Unterstützen Sie zudem Ihr Immunsystem und versuchen Sie zurück in Ihre Balance zu finden.

Ich habe einen PAP III – Wie zuverlässig wirken die Zäpfchen?

Die Anwendung der Zäpfchen dient lediglich der Unterstützung des Organismus und des Heilungsgeschehens. Studien und Anwendungsbeobachtungen zeigen eine gute Wirksamkeit. Das A und O sind aber weiterhin die Kontrolltermine und -untersuchungen in der gynäkologischen Praxis. Bitte nehmen Sie diese immer termingerecht wahr und lassen Sie diese nicht aus. Eine engmaschige Kontrolle und regelmäßige Untersuchungen ermöglichen eine Früherkennung und damit gute Genesungschancen.

Darf ich die Myrten oder Rose Melisse Vaginalzäpfchen in der Schwangerschaft anwenden?

Bisher liegen für eine Empfehlung keine ausreichenden Erfahrungen vor. Durch die hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft sind die Schleimhäute häufig verändert. Die Auswertung des PAP-Abstriches ist dadurch deutlich erschwert. Bei 5 von 100 Frauen werden während der Schwangerschaft auffällige Gewebeveränderungen beobachtet. Nach der Geburt ist eine Spontanremission häufig. Ein auffälliger PAP-Abstrich hat meist erstmal keinen Einfluss auf den Verlauf der Schwangerschaft oder das ungeborene Kind.

Sprechen Sie mit Spezialisten in einer Dysplasie-Sprechstunde über das weitere Vorgehen.

Alternativ zu den Myrten oder Rose - Melisse Vaginalzäpfchen können zur Unterstützung unsere Vitamin D Vaginalzäpfchen angewendet werden. 

Darf ich die Myrten oder Rose Melisse Vaginalzäpfchen in der Stillzeit anwenden?

Zur Anwendung der Zäpfchen während der Stillzeit liegen keine ausreichenden Erfahrungen oder Studienergebnisse vor. Die ätherischen Öle gehen in die Muttermilch über, werden vom Säugling aufgenommen, verändern deren Geschmack und können zu Stillproblemen führen. Auch eine Reduktion der Milchbildung ist nicht gänzlich auszuschließen. Hormonelle Veränderungen und auch Stress beeinflussen die Schleimhäute. 

Alternativ können zur Unterstützung unsere Vitamin D Vaginalzäpfchen angewendet werden.

Was ist DeflaGyn®?

DeflaGyn® ist ein verschreibungspflichtiges Medizinprodukt aus hochdispersem Siliciumdioxid, Zitronensäure und Natriumselenit. Das Vaginalgel ist indiziert bei unklaren Abstrichen (PAP II-p, PAP III-p, PAP III D1, PAP III D2, PAP III, PAP II-ID) und HPV-Infektionen.

Krankheitserreger sollen gebunden und in Ihrer Ausbreitung gehemmt werden, was sich positiv auf die Zellveränderungen auswirken kann. Das Gel bietet zudem antioxidativen Schutz.

Über drei Monate werden einmal täglich abends vor dem Schlafengehen 5 ml des Gels mittels Applikator vaginal eingeführt. Die Therapiekosten belaufen sich auf ca. 100€ und sind privat zu entrichten.

Von der gleichzeitigen Verhütung mit Vaginalringen etc. wird abgeraten, diese können durch das Gel in ihrer Wirksamkeit beeinträchtigt sein.

Die DGGG (Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V.) ist mit einer Empfehlung noch sehr zurückhaltend. Die bisherigen Studien sind im Studiendesign und auch in ihren Ergebnissen nicht repräsentativ genug. 2 der 5 Studien stammen von der produzierenden Firma selbst. DGGG fordert Studien mit Berücksichtigung kolposkopischer und bioptischer Untersuchungen. Der Ansatz sei interessant und unbedingt zu verfolgen und positive Ergebnisse sind sehr wünschenswert. Eine klare Empfehlung auf Grundlage der mageren Studien wird von der DGGG aber nicht ausgesprochen.

Was kann ich zur Vorsorge tun?

HPV-Infektionen verlaufen zumeist asymptomatisch, auch die der Hochrisikogruppe. Vorsorgeuntersuchungen sind das A und O, um Infektionen möglichst frühzeitig zu diagnostizieren und engmaschig begleiten und kontrollieren zu können. So kann die Bildung eines infiltrierenden Karzinoms häufig verhindert werden.

Durch das in Deutschland implementierte Früherkennungsprogramm ist die Zahl der Neuerkrankungen rückläufig. Frauen ab dem 20. Lebensjahr haben jährlich Anspruch auf einen zytologischen Abstrich vom Gebärmutterhals und eine gynäkologische Untersuchung. Bei Auffälligkeiten in der Probe werden die Kosten für einen HPV-Test übernommen.
Da die Aussagekraft des PAP-Abstriches mit zunehmendem Alter schlechter wird, übernimmt die GKV ab dem 35. Lebensjahr die Kosten für einen PAP-Abstrich nur noch alle drei Jahre. Dafür besteht stattdessen zusätzlicher Anspruch auf einen HPV-Test, denn das Risiko für eine HPV-Infektion ist mit zunehmendem Alter rückläufig. Ein HPV-Test zeigt somit zuverlässiger ein erhöhtes Risiko für eine Zellveränderung am Gebärmutterhals.
Studien zeigten, dass die Verlängerung des Intervalls von einem auf drei Jahre sicher ist.
Wünschen Frauen auch nach dem 35. Geburtstag einen jährlichen PAP-Abstrich ist dieses im Rahmen einer individuellen Gesundheitsleistung (IGeL) möglich. Bei auffälliger klinischer Untersuchung übernimmt die GKV weiterhin die Kosten.

Frauen ohne Gebärmutterhals steht im Rahmen der Kassenleistung weder ein PAP-Abstrich, noch eine HPV-Testung zu.

Seit dem 01.01.2020 läuft ein organisiertes Screening in Deutschland. Alle fünf Jahre werden Briefe zu Information an alle Frauen zwischen 20 und 65 Jahren versendet.

Kontrolltermine, Vorsorgeuntersuchungen sollten immer wahrgenommen werden!
Es wird diskutiert, dass denen in Deutschland häufig durchgeführten Kontrolluntersuchungen die wissenschaftliche Grundlage fehle. Möchten Sie die empfohlenen Untersuchungen nicht wahrnehmen, ist das ihr gutes Recht. Wichtig ist, besprechen Sie das Für und Wider mit Ihrer Praxis, nutzen Sie gutes und fundiertes Informationsmaterial um sich ein eigenes Bild zu machen. Handeln Sie nicht aus der Angst oder aus Unsicherheit, sondern aus guter Überlegung und Überzeugung.

Gibt es eine Impfung gegen HP-Viren?

Ja, gegen einige. 

Die Stiko empfiehlt die Impfung für alle Mädchen und Jungen im Alter von neun bis vierzehn Jahren. Eine verpasste Immunisierung kann noch bis zum 18. Geburtstag auf Kosten der GKV nachgeholt werden. Die Impfung empfiehlt sich vor dem ersten sexuellen Kontakt, da der Schutz gegen die im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen nur wirksam ist, wenn noch zu keiner andauernden Infektion gekommen ist. Aber auch nach einer Infektion kann eine Impfung noch sinnvoll sein, da dann zumindest Schutz gegen die anderen im Impfstoff enthaltenen Typen aufgebaut werden kann. Der Schutz liegt bei fast 100 Prozent

In Deutschland sind zwei Impfstoffe verfügbar. Da in 70 Prozent der auftretenden Gebärmutterhalskrebsfälle die Hochrisiko-HPV-Typen 16 und 18 verantwortlich sind, sind diese in beiden Impfstoffen vertreten.
Cervarix® schütz vor den beiden Hochrisiko-HPV-Typen 16 und 18 und bietet damit 70%igen Schutz gegen durch Hochrisiko-Typen ausgelöste Gebärmutterhalskarzinome.
Gardasil®9 schützt vor den HPV-Typen 16, 18, 31, 33, 45, 52, 58 und auch 6, 11. Hiermit kann ein 90%iger Schutz vor durch Hochrisiko-HPV-Typen ausgelösten Gebärmutterhalskarzinomen und ein 90%iger Schutz vor Genitalwarzen gewährleistet werden.

Impfschema: Bei Kindern und Jugendlichen zwischen neun und vierzehn Jahren: zwei Dosen im Abstand von mindestens fünf Monaten (bei einem kürzeren Impfabstand werden drei Dosen empfohlen). Ab dem 15. Lebensjahr werden drei Dosen geimpft: 0-1-6 (Cervarix®) bzw. 0-2-6 (Gardasil®9).

Schützen Kondome vor einer HPV-Infektion?

Es handelt sich bei HPV um eine Kontaktinfektion. Die Erreger können auch auf der umliegenden Haut und Schleimhaut des Genital- und Analbereiches zu finden sein, welche durch das Tragen eines Kondoms nicht geschützt werden. Sehr enger Körperkontakt ist hier für eine mögliche Übertragung bereits ausreichend.

Es hat sich in ersten Untersuchungen aber gezeigt, dass die Remissionsrate durch die Anwendung von Kondomen verbessert werden kann. 

Für eine einheitliche Empfehlung oder die Aufnahme in die S3 Leitlinie ist die Datenlage bisher unzureichend. Einen Versuch ist es aber ggf. wert. Zudem ist zu bedenken, dass Kondome einen guten Schutz vor anderen übertragbaren Geschlechtskrankheiten ermöglicht!

Quellen