Alles Wissenswerte zu Menstruationsbeschwerden, Dysmenorrhoe und Endometriose
Die Menstruation wird bei viele Frauen mit unangenehmen Schmerzen und Beschwerden begleitet. Doch warum treten diese überhaupt auf?
Menstruationsschmerzen sind fast jeder Frau bekannt. Doch kann die monatliche Regel auch mit Problemen, wie zum Beispiel schweren tagelangen Schmerzen mit unerträglichen Krämpfen oder anderen Beschwerden, einhergehen. Solche Symptome können auf ernsthafte Erkrankungen hindeuten und sollten daher immer gynäkologisch abgeklärt werden.
In unserem Artikel gehen wir nicht auf die klassische medikamentöse Therapie ein. Informationen zur operativen und hormonellen Therapie finden Sie in den Links. Zur individuellen Schmerztherapie beraten wir Sie gern in der Apotheke.
Als Dysmenorrhoe bezeichnet man Zyklusstörungen, die mit starken krampfartigen Schmerzen vor und während der Menstruation einhergehen. Man unterscheidet dabei zwischen primärer Dysmenorrhoe und sekundärer Dysmenorrhoe. Bei der primären Dysmenorrhoe ist die Menstruation selbst der Schmerzauslöser. Die sekundäre Dysmenorrhoe hingegen ist Folge einer zugrunde liegenden Erkrankung, wie zum Beispiel Endometriose, Myome oder entzündliche Prozesse.
Allgemeine Leitsymptome sind starke krampfartige Unterleibsschmerzen, die häufig von weiteren Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl, Blähungen und Durchfall begleitet werden. Die Schmerzen können bis in den Rücken oder auch bis in die Beine ausstrahlen.
Die Endometriose wird häufig als Chamäleon der Gynäkologie bezeichnet, da es nicht nur eine typische Symptomatik gibt, sondern eine Vielfalt verschiedener Symptome. Es handelt sich um eine chronisch entzündliche, gutartige Erkrankung, die bislang nicht heilbar ist. Sowohl die Entstehungsursache als auch auslösende Faktoren sind noch nicht abschließend geklärt, weshalb eine ursächliche Therapie derzeit nicht möglich ist. Die Erkrankung kann mit Beginn der Pubertät oder auch erst später im Leben auftreten. Zudem ist die Endometriose häufig mit einem erhöhten Risiko von Unfruchtbarkeit verbunden.
Die Endometriose kann den gesamten Körper betreffen, dabei wächst Gebärmutterschleimhaut-ähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutterhöhle, beispielsweise an den Eierstöcken, im Bauch- und Beckenraum, im Rektum, in der Harnblase oder am Darm. Während des Menstruationszyklus unterliegt dieses Gewebe ebenso wie das Endometrium, die Gebärmutterschleimhaut, dem Einfluss von Östrogen (Estrogen). Dadurch baut es sich zyklisch auf – und wieder ab und blutet. Anders als in der Gebärmutter kann das abgestoßene Gewebe den Körper jedoch nicht verlassen. Dadurch staut es sich in Form sogenannter Endometrioseherde an. Diese monatlich wiederkehrenden Prozesse führen zu chronischen Entzündungen, Vernarbungen und Verwachsungen der betroffenen Gewebe. In manchen Fällen können diese Endometrioseherde auch über den ursprünglichen Bereich hinauswachsen.
Die Symptome der Endometriose sind individuell sehr unterschiedlich und reichen von völliger Beschwerdefreiheit bis hin zu schweren Verläufen mit erheblichen Einschränkungen in der Lebensqualität. Dabei besteht kein direkter Zusammenhang zwischen der Stärke der Symptome und dem Ausmaß der Erkrankung. Die Beschwerden können zyklusabhängig oder im Verlauf der Erkrankung chronisch auftreten. Typische Symptome können sein:
- Unterleibsschmerzen
- Zyklusstörungen wie Dysmenorrhoe, starke oder verlängerte Menstruationsblutung, Schmierblutungen
- Störungen der Harnblasenentleerung
- Darmbeschwerden wie Blähungen, Völlegefühl (Endo-Belly = aufgeblähter Bauch), Durchfall, Verstopfung, schmerzhafte Darmbewegungen und schmerzhafter Stuhlgang
- Schmerzen während oder nach dem Geschlechtsverkehr
- Fruchtbarkeitsprobleme bis hin zur ungewollten Kinderlosigkeit
- Begleitbeschwerden während der Menstruation wie Übelkeit, Migräne, Rückenschmerzen
- Müdigkeit, Erschöpfung, Fatigue
- vermehrtes Auftreten von Allergien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Autoimmunerkrankungen, Candida-Infektionen
- erhöhte Infektanfälligkeit
Die Therapie der Endometriose gehört grundsätzlich in ärztliche Hände und sollte idealerweise interdisziplinär, also durch Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen, erfolgen. Ergänzend kann eine begleitende Betreuung durch Heilpraktiker*in, Physiotherapeut*in, Ernährungsberater*in und Psychologe*in sinnvoll sein.
Darüber hinaus können verschiedene unterstützende Maßnahmen dazu beitragen, das Schmerzgeschehen positiv zu beeinflussen und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern.
Dabei gibt es leider nicht DIE Maßnahme oder DAS eine Erfolgsrezept. An der Erkrankung sind viele Prozesse beteiligt, und jeder Organismus bringt andere Grundvoraussetzungen mit. Umso wichtiger ist es, auf den eigenen Körper zu hören und wahrzunehmen, was guttut und was nicht.
- Ernährungs- und Schmerztagebuch
- Das Führen eines Ernährungs- und/oder Schmerztagebuch kann dabei helfen, individuelle Triggerfaktoren zu identifizieren, die das Schmerzgeschehen beeinflussen- sowohl im positiven als auch im negativen Sinne.
- Hierzu stehen zahlreiche Vorlagen sowie digitale Anwendungen und Apps im Internet zur Verfügung.
- Ernährung
- Bei Endometriose handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung. Eine ausgewogene, individuell angepasste Ernährung bildet daher eine wichtige Grundlage zur unterstützenden Behandlung.
- Die „eine richtige“ Ernährung für alle Betroffene gibt es dabei nicht. Vielmehr sollte die Ernährung den persönlichen Möglichkeiten, Lebensumständen und individuellen Verträglichkeit angepasst werden. Eine Unterstützung kann hierbei durch qualifizierte Ernährungstherapeut*innen und -berater*innen erfolgen.
- Die bewusste Ernährungsumstellung ist in vielen Fällen sinnvoll. Als gesichert gilt jedoch, dass (Crash-) Diäten, sowie das Auslassen von Mahlzeiten negative Auswirkungen auf das Schmerzgeschehen haben können.
- Aktuell existieren keine speziellen Diäten zur Behandlung der Endometriose. Es gibt antientzündlicher Ernährungskonzepte, mit dem Ziel das Entzündungsgeschehen im Körper zu reduzieren. Zyklusbasierte Ernährungsempfehlungen berücksichtigten den unterschiedlichen Bedarf an Nähr- und Mineralstoffe während der einzelnen Zyklusphasen.
- Zusammenfassend gelten folgende Empfehlungen:
- Mediterrane Kost mit viel grünem Gemüse, Früchten, Nüssen, Hülsenfrüchten
- Überwiegend pflanzenbasierte Kost mit geringen Mengen Fleisch
- Bevorzugte Verwendung von histaminarme Lebensmittel
- Weitestgehender Verzicht auf weißen Zucker
- Weitestgehender Verzicht auf Weizen; stattdessen Verwendung von Alternativen wie Dinkel oder Roggen
- Vermeidung sogenannter endokrine Disruptoren
Endokrine Disruptoren sind Stoffe, die über eine hormonaktive Wirkung das hormonelle Gleichgewicht stören können, wie zum Beispiel die östrogenartige Wirkung von Weichmachern in PET-Flaschen. - Wenig oder keinen Alkoholkonsum
- Bevorzugte Einnahme von mehrfach ungesättigte Fettsäuren - Omega-3-Fettsäuren.
Omega-3-Fettsäuren wie Alpha-Linolensäure (ALA), Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) finden sich unter anderem in fettreichem Fisch (z.B. Lachs, Makrele, Hering, Sardinen (EPA, DHA), Leinsamen, Chiasamen und Walnüssen (ALA). Zu beachten ist, dass die Umwandlung von ALA in EPA/ DHA im menschlichen Körper nur sehr unzureichend erfolgt, weshalb gegebenenfalls Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein können.
Als gesichert gilt, dass Omega-3-Fettsäuren pro-entzündliche Botenstoffe reduzieren und damit das Entzündungsgeschehen im Körper positiv beeinflussen, wodurch sich das individuelle Schmerzempfinden verbessern kann. Darüber hinaus unterstützen sie indirekt das Hormonsystem. - Der Fokus sollte auf einer ausreichenden, individuell angepassten Versorgung mit Nähr- und Mineralstoffen liegen, weitere Informationen dazu sind unter dem Punkt „Nahrungsergänzungsmittel“ zu finden.
- Regelmäßiger Verzehr präbiotischer Lebensmittel zum “Nähren“ der guten Darmbakterien wie: Artischocken, Bananen, Haferflocken, Kartoffeln, Knoblauch, Lauch, Leinsamen, Roggen, Sauerkraut, Zwiebeln, Flohsamenschalen.
Der Einsatz von präbiotischen Lebensmitteln oder gegebenenfalls Probiotika fördert ein gesundes Darmmikrobiom und stärkt darüber hinaus das Immunsystem. - Ein dauerhaft erhöhter Insulinspielgel kann ebenfalls ungünstige Auswirkungen haben. Daher empfehlen sich drei ausgewogene Hauptmahlzeiten gegenüber mehreren kleinen Mahlzeiten oder ständigem Snacken.
Hintergrund ist, dass eine starke Insulinausschüttung infolge eines hohen Blutzuckerspiegels eine verstärkte Freisetzung von Prostaglandinen begünstigen kann, die eine zentrale Rolle bei Entzündungsprozessen und der Schmerzwahrnehmung spielen. - Wärme wirkt bei vielen Betroffenen besonders vor und während der Menstruation wohltuend. In dieser Phase kann es daher hilfreich sein, bevorzugt warme Speisen und Getränke zu sich zu nehmen.
Eine Ernährungsumstellung empfiehlt sich idealerweise zu Beginn des Zyklus (erster Tag der Menstruationsblutung) und sollte über mindestens 4 Wochen beibehalten werden. So lassen sich mögliche Veränderungen und Effekte im Verlauf eines vollständigen Zyklus besser beobachten.
- Nahrungsergänzungsmittel
Kann eine ausreichende Versorgung mit benötigten Nähr- und Mineralstoffen über die Ernährung nicht gewährleistet werden oder wurde über eine Nährstoffanalyse ein labordiagnostischer Mangel festgestellt, so ist es sinnvoll, bestimmte Nähr- und Mineralstoffe gezielt zu ergänzen, zu supplementieren.
Nahrungsergänzungsmittel sollten grundsätzlich mit Bedacht, individuell angepasst und zeitlich begrenzt eingesetzt werden. Sie stellen keinen Ersatz für eine ausgewogene Ernährung oder einen gesunden Lebensstil dar, können jedoch eine gute Unterstützung darstellen und helfen, bestehende Defizite oder Mangelsituationen schneller auszugleichen.
Wer regelmäßig Arzneimittel einnimmt, sollte die Supplementierung unbedingt mit der behandelnden ärztlichen Praxis oder Apotheke absprechen. Nicht alle Medikamente sind mit allen Nahrungsergänzungsmitteln kompatibel und Wechselwirkungen können den Therapieerfolg beeinträchtigen.
- Bei der Supplementierung spielen unter anderem entzündungshemmende Antioxidantien, die das Immunsystem unterstützen eine zentrale Rolle.
Im Folgenden beziehen wir uns hauptsächlich auf Nähr- und Mineralstoffe mit vergleichsweise guter Studienlage, plausiblen Wirkmechanismen oder positiven Erfahrungen aus der Praxis.
- Omega-3-Fettsäuren
Es gilt als gesichert, dass Omega-3-Fettsäuren pro-entzündliche Botenstoffe reduzieren und damit das Entzündungsgeschehen im Körper beeinflussen und verbessern können. Darüber hinaus kann sich auch das Schmerzempfinden verbessern. Zusätzlich unterstützen sie indirekt das Hormonsystem. - Selen ist Teil bestimmter Enzyme, die im Körper antioxidativ wirken. Eine ausreichende Selenversorgung ermöglicht diesen Enzymen eine effektivere Funktion, wodurch Entzündungen abgeschwächt und Immunzellen während der Abwehrreaktion vor oxidativem Stress geschützt werden. Eine hochdosierte oder langfristige Einnahme sollte nicht ohne labordiagnostische Kontrolle erfolgen, um Überdosierungen zu vermeiden.
- Zink ist an zahlreichen enzymatischen Prozessen beteiligt und wirkt indirekt antioxidativ. Es besitzt immunmodulierende Eigenschaften und trägt zur Regulation von Entzündungsprozessen bei. Bei einer langfristigen hochdosierten Zinkeinnahme sollte berücksichtigt werden, dass das Gleichgewicht von Mineralstoffen, wie Kupfer und Eisen, beeinträchtigt werden kann.
- Magnesium wirkt dämpfend auf die Erregbarkeit der Gebärmuttermuskulatur und kann bei starken Unterleibskrämpfen unterstützend ergänzt werden.
- Calcium ist ebenfalls an der Muskelkontraktion beteiligt und wirkt dämpfend auf die Gebärmuttermuskulatur, wodurch eine Reduktion von krampfartigen Schmerzen erreicht werden kann.
- Eisen
Bei starken Menstruationsblutungen mit hohem Blutverlust und dem damit verbundenen Risiko eines möglichen Eisenmangels, sollte der Eisenstatus überprüft und bei Bedarf Eisen supplementiert werden. - Vitamin D
Viele Endometriose-Betroffene weisen einen niedrigen Vitamin D Spiegel auf. Ein direkter Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und Endometriose konnte bislang nicht abschließend geklärt werden. Dennoch ist eine Bestimmung des Vitamin-D-Status mittels Blutentnahme durch die Ärztin oder den Arzt sinnvoll. Bei nachgewiesenem Mangel oder sehr niedrigen Werten kann eine Supplementierung erfolgen, wobei regelmäßige Statuskontrollen empfohlen werden. - Vitamin B6 (Pyridoxin) unterstützt verschiedene Funktionen des Immunsystems und die Regulation des Hormonhaushalts. Es kann zur Linderung von PMS-Symptomen, Krämpfen und Blähungen beitragen. Sinnvoll ist die Einnahme eines Vitamin B Komplexes als zeitlich begrenzte Kur, anstatt einzelner B-Vitamine.
- Curcumin als Wirkstoff aus dem Kurkuma- bzw. Gelbwurzwurzelstock besitzt eine ausgeprägte entzündungshemmende Eigenschaft. Für eine bessere Aufnahme (Bioverfügbarkeit) sollte es idealerweise mit Piperin aus dem Schwarzen Pfeffer kombiniert werden.
- N-Acetylcystein ist eine Vorstufe des Glutathions, einem wichtigen zellulären Antioxidans, und es unterstützt zudem Entgiftungsprozesse. Acetylcystein als Arzneimittel zählt zu den allgemeinen Schleimlösern. Die Anwendung in einer hohen und regelmäßigen Dosierung kann deshalb zu trockenen und reizbaren Schleimhäuten (z.B. im Magen) führen.
- Pycnogenol (Pinienrindenextrakt) kann begleitend zur Einnahme oraler Kontrazeptiva eingesetzt werden und das Schmerzempfinden durch die Reduktion von Entzündungsprozessen verbessen. Als alleinige Ergänzung ohne orales Kontrazeptivum zeigt es jedoch häufig nur eine geringe Wirkung.
- Omega-3-Fettsäuren
- Bei der Supplementierung spielen unter anderem entzündungshemmende Antioxidantien, die das Immunsystem unterstützen eine zentrale Rolle.
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- Weitere Antioxidantien, ohne spezifischer Studienlage zu Endometriose oder Dysmenorrhoe:
- Alpha-Liponsäure wirkt indirekt antioxidativ, indem es unter anderem Vitamin C, Vitamin E und Glutathion regeneriert bzw. aktiviert. Darüber hinaus unterstützt es die Regeneration der Leber.
- Resveratrol besitzt schmerzlindernde, entzündungshemmende und zellschützende Eigenschaften. Es hemmt die Vermehrung und Neubildung von Gewebe. Als Phytoöstrogen kann es in hohen Dosierungen möglicherweise antagonistisch auf Östrogen (= herabgesetzte Östrogenproduktion) wirken, entsprechende Effekte wurden bislang in Tierstudien beobachtet.
- Weitere Antioxidantien, ohne spezifischer Studienlage zu Endometriose oder Dysmenorrhoe:
- Phytotherapie
- Mit geeigneten Heilpflanzen aus dem Bereich der Phytotherapie können Symptome der Dysmenorrhoe oder Endometriose gemindert werden. Diese Heilpflanzen können dabei auf unterschiedliche Regulationssysteme wirken, darunter das Hormon-, Nerven-, Verdauungs- und auch das Immunsystem. Darüber hinaus können sie bei psychischen Belastungen wie chronischer Erschöpfung oder Stress unterstützend eingesetzt werden.
- Bei Unterleibsschmerzen vor und während der Menstruation kommen insbesondere Kräuter mit entkrampfender Wirkung zum Einsatz, etwa Frauenmantelkraut, Gänsefingerkraut und Schafgarbenkraut.
- Hierfür finden sich in unserem Sortiment bereits verschiedene Teemischungen.
- Frauentee Zieten
- Der Zyklustee Zieten kann bei Unterleibskrämpfen vor und während der Menstruation getrunken werden und wirkt zusätzlich verdauungsfördernd und entblähend.
- Reicht die Unterstützung für die Verdauung nicht aus, so kann ergänzend der Winde Tee Zieten für eine weitere Entlastung und zur Linderung von Beschwerden des sogenannten „Endo-Bellys“ eingesetzt werden.
- Der Frauentee Zieten sorgt für allgemeine Entspannung und trägt zum Wohlbefinden auf körperlicher wie auch seelisch-mentaler Ebene bei. Der Tee kann zu jedem Zeitpunkt des Zyklus getrunken werden.
- Im Zusammenhang mit prämenstruellen Beschwerden wird häufig Mönchspfeffer (Agnus castus) genannt. Dieser wirkt sanft regulierend auf das hormonelle Geschehen und kann prämenstruelle Symptome lindern. Aufgrund möglicher Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sollte die Einnahme vorab mit einem Frauenarzt*in abgesprochen werden. Grundsätzlich erfolgt eine Therapie mit Mönchspfeffer über maximal 3 Monate. Aussagekräftige Studien oder sogar ein Mechanismus zur Wirksamkeit von Mönchspfeffer speziell bei Endometriose sind jedoch noch offen.
- Auch die Unterstützung der Leber als zentrales Stoffwechselorgan kann in Betracht gezogen werden. Da Sexualhormone zu großen Teilen in der Leber abgebaut werden, nimmt sie indirekt Einfluss auf den Hormonhaushalt. Zur Anregung und Stärkung der Leber können Kräuter wie Löwenzahnwurzel und -kraut, Artischocke und Mariendistelfrüchte verwendet werden. Diese Kräuter finden sich teilweise auch in unserem Leber- und Gallenwohltee Zieten oder sind als Einzelkräuter in unserem Sortiment erhältlich. Darüber hinaus existieren im Handel verschiedene Nahrungsergänzungsmittel oder Phyto-Arzneimittel mit diesen Kräutern in Kapsel- oder Tablettenform.
- Für die Anwendung von Extrakten aus Fenchel, Zimt und Ingwer liegen Studien vor. Diese beschreiben eine Einnahme in hoher Dosierung über einen Zeitraum von maximal drei Tagen. Es konnte eine mögliche Schmerzlinderung festgestellt werden. Derzeit sind jedoch keine standardisierten, entsprechend hoch dosierten Fertigpräparate im Handel erhältlich. Eine gezielte Empfehlung kann daher derzeit noch nicht ausgesprochen werden.
- Weiterhin gibt es zahlreiche phytotherapeutische Ansätze, die zur Linderung von Dysmenorrhoe oder Endometriosebeschwerden beitragen. Für viele dieser Pflanzen und Kräuter ist die Wirksamkeit wissenschaftlich kaum, gar nicht oder bisher nur in Tierstudien untersucht worden. Dazu gehört der Grüne Tee, mit allgemein antioxidativer Wirkung, sowie Brennnesselkraut und - extrakt. Laut Studien an Tieren reduziert Brennnessel die Neubildung und Größe von Endometrioseherden. Dies konnte jedoch beim Menschen noch nicht bestätigt werden. Auch Ingwer, Sanddornbeeren, Katzenkralle oder Extrakte der japanischen Schneeballrinde werden häufig in diesem Zusammenhang genannt. Allerdings ist hier die Datenlage nicht ausreichend für eine klare Aussage. Darüber hinaus sind bislang nur wenige gut dosierte, einnahmefertige Präparate dieser Pflanzen im Handel verfügbar.
- Aromatherapie
- Der Einsatz von ätherischen Ölen und Ölmischungen ist sehr vielfältig. Besonders bei Beschwerden und Schmerzen im Unterleib können diese als Einreibungen, Auflagen oder auch in Form von Zäpfchen angewendet werden.
- In unserem Sortiment finden Sie dazu verschiedene Ölmischungen:
- Zyklus Harmonie:
Die Zusammensetzung der enthaltenen ätherischen Öle unterstützen die Blutstillung bei starken Menstruationsblutung und entspannen die Muskulatur bei akuten Krämpfen. Zudem beruhigt und stabilisiert es bei Schmerzen. - Zyklus Balance 1 und Zyklus Balance 2:
Die beiden Öle sind für eine tägliche Anwendung zur Linderung von Beschwerden, die über den Zyklus verteilt auftreten geeignet. Sie unterstützen die unterschiedlichen Phasen der ersten Zyklushälfte (= Zyklus Balance 1) und der zweiten Zyklushälfte (= Zyklus Balance 2).
- Zyklus Harmonie:
- Zyklus Balance 1 unterstützt das hormonelle Gleichgewicht, reduziert eine Krampfneigung und stabilisiert bei Stress und Angst.
- Zyklus Balance 2 beruhigt Krämpfe und Schmerzen. Über eine aufbauende und stärkende Wirkung wir die Psyche unterstützt.
- Ingwer-Rose Zäpfchen:
Diese Zäpfchen unterstützen über eine sanfte Wärme, lösen Krämpfe und lindern Schmerzen. Sie können begleitend und kurzzeitig im Verlauf des gesamten Zyklus bei akuten Beschwerden verwendet werden, besonders auch bei der Sonderform „Adenomyose“.
Während der Menstruationsblutung ist eine rektale Applikation empfehlenswert, da in dieser Zeit eine vaginale Anwendung nicht geeignet ist. - Zyklus Akut Ölauflage:
Eine Mischung für die akute Schmerzsituation. Dieses Öl kann als temperierter Öl-Wickel verwendet werden. Wärme optimiert die Wirkung der ätherischen Öle und fördert deren Aufnahme in tiefere Gewebsschichten.
- Ingwer-Rose Zäpfchen:
- Unser Kreuzbeinöl unterstützt nicht nur bei Rückenschmerzen und Muskelverspannungen, sondern auch bei Unterleibsschmerzen, die bis in den Rücken oder auch in die Beine ausstrahlen. Es kann einfach aufgetragen oder als Auflage oder Wickel verwendet werden.
- Das Vier Winde Öl wirkt wohltuend lindernd bei Blähungen und Verdauungsbeschwerden, sowie bei schmerzhaften Krämpfen und einen Endo Belly.
- Wie macht man einen temperierten Öl Wickel?
Benetzen Sie ein kleines Tuch mit der gewünschten Ölmischung, etwa ein Teelöffel Öl, und legen Sie dieses Tuch auf die gewünschte Stelle. Fixieren Sie das benetzte Tuch mit einer zweiten und dritten Auflage aus Baumwolle oder Leinen. Die zusätzliche Anwendung von Wärme intensiviert die Wirkung der ätherischen Öle.
Hierzu gibt es verschieden Möglichkeiten: Sie können die Ölmischung im Vorfeld leicht anwärmen, warme Tücher auflegen oder mit einer Wärmflasche bzw. einem Kirchkernkissen arbeiten. Achten Sie bitte immer auf eine angenehme Temperatur von etwa 37 -38°C. Ein Wickel kann etwa 20 bis 60 Minuten auf der Haut verweilen. - Homöopathie
- Für die Unterstützung von Dysmenorrhoe und Endometriose mit homöopathischen Mitteln empfehlen wir aufgrund der ganzheitlichen Betrachtung eine Behandlung durch einen erfahrenen Homöopathen*in bzw. Heilpraktiker*in.
- Für die Unterstützung von Dysmenorrhoe und Endometriose mit homöopathischen Mitteln empfehlen wir aufgrund der ganzheitlichen Betrachtung eine Behandlung durch einen erfahrenen Homöopathen*in bzw. Heilpraktiker*in.
- TCM
- In der Traditionellen chinesischen Medizin gibt es ebenfalls Ansätze zur Behandlung von Dysmenorrhoe und Endometriose. Auch hier empfehlen wir eine Behandlung durch einen erfahrenen TCM-Therapeut*innen.
- Spagyrik
- Auch in der Spagyrik gibt es Ansätze zur Begleitung und Behandlung von Dysmenorrhoe und Endometriose.
- Zur begleitenden Unterstützung finden Sie in unserem Sortiment verschiedene Möglichkeiten.
Spagyrik Periodenschmerzen entspannt Beschwerden während der Periodenblutung. Auch ein Spannungsgefühl der Brüste vor der Periode wird abgemildert.
Spagyrik Leber- und Gallebeschwerden unterstützt die Leber als zentrales Stoffwechselorgan.
Besonders im Rahmen einer chronischen Entzündung (z.B. Endometriose) benötigt die Leber Hilfe. Unsere Spagyrische Mischung entkrampft und regt die Leber sanft an. - Da es sich bei der Endometriose um ein Krankheitsbild mit sehr vielfältigen Symptomen handelt empfiehlt sich die Begleitung durch einen erfahrenen Heilpraktiker*in. Gerne stellen wir Ihnen dann die individuelle und an ihre Symptomatik angepasste spagyrische Mischung her.
- Stress, Bewegung und Mentale Gesundheit
- Bewegung oder Sport sind bei starken Schmerzen oft eine Herausforderung, dennoch haben sie langfristige positive Effekte auf das allgemeine Wohlbefinden und die Schmerzempfindlichkeit. Sie fördern die Durchblutung, lockern die Muskulatur und können so zur Linderung von Schmerzen beitragen.
- Leichte Aktivitäten wie Yoga, Schwimmen oder Spazierengehen sind oft gut umsetzbar, schonend für den Körper und dennoch wirkungsvoll.
- Chronische Schmerzen belasten nicht nur den Körper, sondern auch den Geist und die Psyche. Das Erlernen und regelmäßige Praktizieren von Techniken zur Stressbewältigung, wie z.B. Meditation, Atemübungen, Qi Gong, Achtsamkeit oder Progressive Muskelentspannung, tragen zur Steigerung des Wohlbefindens deutlich bei.
- Zusätzlich kann der Austausch mit anderen Betroffenen, beispielsweise in Selbsthilfegruppen, sehr unterstützend sein. Sich verstanden zu fühlen und Erfahrungen auszutauschen, wirkt oft entlastend und stärkend zu gleich.
- Insgesamt gilt, dass es keine Lösung gibt, die für „jede Frau“ passt. Jede Frau muss individuell herausfinden, was für sie am besten funktioniert.
- Weitere therapeutische Möglichkeiten
- Nicht unerwähnt sollten auch weitere Therapieformen wie Physiotherapie, Osteopathie und Akupunktur bleiben. Sie tragen zu einem verbesserten Wohlbefinden bei und helfen bei der Schmerzverarbeitung.
Quellen
Endometriose verstehen – meinen Weg gehen
FFGZ-Infobroschüre
Clio 97/2023 48. Jahrgang November 2023
FFGZ
Endometriose Ratgeber / TCM Nora Giese
Aromatherapie für Frauen
Endometriose-Deutsch-Kor (www.hirslanden.ch/content/dam/klinik-hirslanden/downloads/de/centers/zentrum-für-neuropelveologie/neuropalveologie-endometriose-klinik-und-therapie-de.pdf)
https:\\flexikon.doccheck.com/de/Endometriose
www.endometriose-vereinigung.de
www.fachinfo.de/fi/pdf/023470/ryeqo
http://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36875844/ Nutrition in the prevention and treatment of endometriosis: A review - PubMed
http://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37644533/ → Antioxidant vitamins supplementation reduce endometriosis related pelvic pain in humans: a systematic review and meta-analysis - PubMed
http://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10781184/figure/nutrients-16-00154-f002/
http://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10781184/figure/nutrients-16-00154-f003/
http://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10781184/figure/nutrients-16-00154-f004/
Regelschmerzen: Thymianöl statt Ibuprofen? - PTA IN LOVE
Effects of omega-3 fatty acids on chronic pain: a systematic review and meta-analysis - PubMed
Effect of omega-3 polyunsaturated fatty acid on endometriosis - PubMed
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8972862/ à Dietary supplements for treatment of endometriosis: A review